• G. I. Gurdjieff
  • "G. I. Gurdjieff"

Gurdjieff Seminare und Workshops

Wöchentliche Gruppen-Aktivitäten finden in unserem Münchener Zentrum statt.
Monatliche Retreats in unserem Seminarhaus im Umland.


Nach einem oder mehreren Vorgesprächen werden Sie zur Teilnahme an einigen Treffen, Lesungen oder Wochenenden eingeladen. Die Teilnahme ist unverbindlich.
Einzige Voraussetzung ist eine ernsthafte Suche.


Wir möchten folgende Aspekte der Gurdjieff Lehre hervorheben:

  1. Der Mensch ist eine sehr komplizierte Maschine, man sollte entweder alles verändern oder nichts. Einseitige Veränderungen eines Teiles führen bald zu einer Schwäche in anderen Bereichen des Lebens (G. I. Gurdjieff).
  2. Die vorgeschlagenen Arbeitsthemen entwickeln sich über einen längeren Zeitraum. In anderen Worten: eine Gruppe arbeitet und vertieft gewisse Themen gemeinsam, bis eine praktische Umsetzung möglich wird.
  3. Das Gleiche gilt für die individuellen vorgeschlagenen Themen des Einzelnen, die nur ihn und seine Entwicklung betreffen.

Jedem ernsthaften Sucher dürfte dadurch klar werden, dass aus dem oben Gesagten die Übermittlung der authentischen und ganzheitlichen Lehre nach Herrn Gurdjieff durch Seminare und Workshops nicht möglich ist.
Die Gründe hierfür liegen also in der Natur dieser Arbeit.

Wer diese Aspekte besser verstehen möchte, dem empfehlen wir in Kapitel 11 von Ouspenskis „Auf der Suche nach dem Wunderbaren“ die Passagen über die Arbeit und Organisation der Gruppen nachzulesen. Hier wird man zahlreiche Hinweise finden.

In den folgenden Auszügen aus einem Vortrag, den Herr Gurdjieff in Essentuki 1918 hielt, geht hervor, dass er selbst nichts von solchen Veranstaltungen hielt. Erstaunlich ist, dass die damals getroffenen Aussagen nicht nur nichts an Kraft verloren haben, sondern fast prophetisch anmuten:

„Ich sagte schon, dass es Menschen gibt, die es nach Wahrheit hungert und dürstet. Wenn diese über die Probleme des Lebens nachdenken und gegen sich selbst aufrichtig sind, so gewinnen sie rasch die Überzeugung, dass es ihnen nicht mehr möglich ist, so zu leben wie sie gelebt haben, noch auch solches zu sein, was sie bisher waren; dass sie um jeden Preis einen Ausweg aus dieser Lage finden müssen … und dafür bleibt die gegenseitige Hilfe unerlässlich. …
Doch es gibt einen anderen Aspekt der Suche: die Entwicklung seiner selbst. … Eins steht fest: ein Mensch, der auf sich selbst gestellt ist, kann sich das Wissen, wie er sich entwickeln, und noch weniger: was er in sich entwickeln soll, nicht aus den Fingern saugen.
Vielmehr wird er nach und nach, indem er suchenden Menschen begegnet, mit ihnen spricht und Bücher über Selbstentwicklung liest, in den Bereich dieser Fragen hineingezogen.
Aber was wird er dort finden? Vor allem einen Abgrund von schamloser Scharlatanerie, die nur auf Geldgier beruht, d.h. dem Verlangen, sich dadurch ein bequemes Leben zu machen, dass man leichtgläubige Leute, die ihrem geistigen Unvermögen zu entkommen suchen, zum Narren hält. Ehe er die Spreu vom Weizen trennen gelernt hat, vergeht viel Zeit, in welcher sein Drang, die Wahrheit zu entdecken, Gefahr läuft zu flackern und zu erlöschen oder aber zu entarten. Seines Spürsinns beraubt, lässt er sich dann womöglich in ein Labyrinth hineinziehen, das geradenwegs auf den Hörnern des Teufels mündet. Gelingt es dem Menschen, sich aus diesem ersten Sumpfloch herauszuziehen, dann droht er in einen neuen Morast zu fallen, den des Pseudowissens.
Die Wahrheit wird ihm hierbei in einer so verschwommenen und unverdaulichen Form dargereicht, dass sie den Eindruck eines pathologischen Deliriums hervorruft. Man zeigt ihm Wege und Mittel zur Entwicklung verborgener Kräfte und Fähigkeiten ….
Ein solches Studium läuft darauf hinaus, dass es das Gehirn des Menschen umnebelt, seine Fähigkeiten zu gesundem Denken und Urteilen mindert und ihn somit zur Psychopathie führt. Das ist die Wirkung dieser Theorien auf den halbgebildeten Menschen, der sie für echte Offenbarungen hält. …
Leider beenden die meisten derer, die sich mit der Entwicklung geistiger Kräfte und Fähigkeiten abgeben, ihre Karriere in einer Irrenanstalt oder ruinieren ihre Gesundheit und ihre Psyche derart, dass sie zu vollständigen, dem Leben gegenüber anpassungsunfähigen Krüppeln werden, … dann gibt es auch die außergewöhnlich willensschwachen Menschen, die als Versager im Leben davon träumen, zum Zwecke der persönlichen Bereicherung in sich die Macht und Fähigkeit zur Unterjochung anderer zu entwickeln.
Und schließlich sind da noch jene Menschen, die ganz einfach nach Abwechslung im Leben suchen, nach einem Mittel, ihre Sorgen zu vergessen oder eine Ablenkung vom ewigen Einerlei des Alltags zu finden, und so jedem Konflikt zu entgehen. …
Was würden Sie von einem strammen Burschen halten, der sich als „ein Wesen von engelhaftem Sanftmut“ vorstellt und hinzufügt, „niemand in seiner Umgebung sei imstande, über sein Verhalten zu urteilen, da er auf einer vergeistigten Ebene lebe, auf die sich die Maßstäbe des körperlichen Lebens nicht anwenden ließen?“ In der Tat hätte dieses Verhalten schon seit langem der Untersuchung durch einen Psychiater bedurft. Es ist ein Mann, der täglich stundenlang gewissenhaft und ausdauernd an sich „arbeitet“, das heißt, der alle seine Anstrengungen zur Vertiefung und Festigung einer psychischen Missbildung benutzt, die sich bereits als so ernst erweist, dass er nach meiner Überzeugung bald in eine Verrücktenanstalt eingeliefert wird. …

Je mehr ein Mensch der Hindernisse und Betrügereien gewahr wird, die ihm bei jedem Schritt in diesem Gebiet auflauern, desto mehr gewinnt er die Überzeugung, dass man den Weg der Selbstentwicklung unmöglich nach aufs Geratewohl erteilten Anleitungen von Zufallsbekanntschaften folgen kann oder nach den sporadischen Auskünften aus Lektüren und flüchtigen Gesprächen.
Gleichzeitig beginnt er, zunächst als schwachen Schimmer, dann immer deutlicher, das lebendige Licht der Wahrheit zu erkennen, das die Menschheit die Jahrhunderte hindurch unaufhörlich erleuchtete. …
Wer sie sucht, dem teilt man sie nach bestimmten Prüfungen offen mit, und in der Kette der Wissenden bleibt sie durch mündliche Weitergabe unverfälscht erhalten ….
Sich zu diesem Strom durchzuarbeiten, ihn zu finden, das ist Aufgabe und Ziel der Suche; denn wenn ein Mensch ihn gefunden hat, dann kann er sich getrost dem Weg anvertrauen, auf den er sich begibt ….
Auf diesem Weg ist ein Mensch nicht völlig allein; in schwierigen Augenblicken erhält er Unterstützung und Anleitung, denn alle, die diesem Weg folgen, sind durch eine ununterbrochene Kette verbunden …. Eine lange und schwierige Reise steht Ihnen bevor; Sie begeben sich in ein seltsames und unbekanntes Land. Der Weg ist unendlich lang ….

Doch vergessen Sie Ihr Ziel nicht. Erinnern Sie sich fortgesetzt daran, und halten Sie den Drang danach in sich lebendig, damit Sie die richtige Richtung nicht verlieren ….
Entsinnen Sie sich, wo Sie sind und warum Sie hier sind.
Schonen Sie sich nicht, und denken Sie daran, dass keine Anstrengung vergeblich ist.“

Den vollständigen Text finden Sie in „Gurdjieffs Gespräche mit seinen Schülern“ oder im Internet.


G. I. Gurdjieff

Gurdjieff wurde ca. 1870 im Kaukasus geboren, in einem Kreuzungspunkt der Traditionen und Kulturen des Orients und des Westens, dort wo sich eine Lebensart in Jahrhunderten wenig verändert. Er genoss eine religiöse und wissenschaftliche Ausbildung zugleich.
Auf seine Fragen: Wer bin ich? Warum bin ich hier? fand er jedoch weder in der Religion noch in der Wissenschaft eine Antwort.

Bücher von Herrn Gurdjieff

Beelzebubs Erzählungen für seinen Enkel

Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen

Das Leben ist nur wirklich, wenn „Ich bin"


Georgij Ivanovitch Gurdjieff erklärt den Plan seines Gesamtwerkes folgenermaßen:

P.D. Ouspensky

Die Suche von P.D. Ouspensky in Europa, Ägypten und dem Orient nach einer Lehre, die die Probleme von Mensch und Weltall für ihn lösen könnte, führte ihn 1915 zu seinem Treffen mit G. I. Gurdjieff.