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F. Pinder

Frank Pinder (1882 – 1962)

Francis William Stanley Pinder wurde 1882 geboren. Von seiner Kindheit und frühen Jugend ist wenig bekannt. Er diente als Major beim britischen Geheimdienst. 1919, als er in Ekaterinodar war, wurde er von A.R. Orage brieflich dazu aufgefordert, den damals mittellosen P.D. Ouspensky einzustellen, damit dieser Pressespiegel erstellte. Im gleichen Jahr traf Pinder Georges Ivanovitch Gurdjieff im Kaukasus und wurde sein Schüler. Er ging mit ihm nach Tiflis und Konstantinopel. Als G. I. Gurdjieff im August 1921 nach Europa übersiedelte, nahm er Pinder als Übersetzer mit.

Als im Oktober 1922 Katherine Mansfield ihr Interesse an G. I. Gurdjieffs Lehre zum Ausdruck brachte, sandte Herr Gurdjieff Pinder, der sie befragen und anschließend als Übersetzer dienen sollte. Mansfield beschrieb Pinder als „einen ziemlich bemerkenswerten Mann…, in etwa so wie ein Erster Offizier auf einem Frachtschiff.“

Als G.I. Gurdjieff am 4. Januar 1924 mit einem Großteil seiner Schüler in die USA fuhr, um öffentliche Vorführungen zu geben, betraute er Pinder mit der Leitung der Prieuré.

Obwohl Pinder nie ein Buch über die Arbeit verfasste und auch nicht als Lehrer tätig war, wurde über ihn gesagt, dass er ein tiefes Verständnis der inneren Bedeutung der Arbeit habe. Über Herrn Gurdjieff und seine Mission sagte Pinder:
„Gurdjieff kam, um ein Do anzuschlagen, um zu helfen, damit das Gesetz der Sieben sich gegen den Strom des mechanischen Lebens weiterentwickelt. Herr Gurdjieff kam, um uns eine Neue Welt zu geben, ein neues Verständnis von Gott, vom Sinn des Lebens, von Sex, vom Krieg. Aber wer sind „wir“? „Wir“ sind diejenigen, die ihn und seine Lehre annehmen und mithelfen, seine Arbeit weiterzuführen. Diese unsere Welt kann nicht in unserem Zeitmaß gerettet werden. Wäre es möglich, wäre die Welt längst durch Propheten und von oben gesandte Lehrer gerettet worden. Wer Ausschau nach einem Lehrer hält, der die Welt in einer gegebenen Zeitspanne retten könnte, entzieht sich der eigenen Verantwortung. Er wartet und hofft auf eine weitere Herabkunft, um keine eigene Anstrengung unternehmen zu müssen – und gibt sich der Krankheit ‚morgen’ hin.“