• C. S. Nott
  • C. S. Nott

Charles Stanley Nott (1887 – 1978)

Charles Stanley Nott, am 9. Januar 1887 in Luton, England geboren, wuchs in einem Dorf in Hertfordshire auf.
Der einfache Glaube seiner Familie war die Wurzel für seine eigene Sinn-Suche und brachte ihn zur Arbeit, wie er in seinem Buch Teachings of Gurdjieff schrieb.

Früh schon fiel ihm das merkwürdige und sogar absurde Verhalten der Erwachsenen auf, z.B. wie sie in der Öffentlichkeit miteinander umgingen und was sie hinterher übereinander sagten. Mit 18 bereiste er die Welt, nahm jede körperliche Arbeit an, die sich ihm bot, u.a. bei Schafzüchtern oder Farmern in Neuseeland, Australien, Kanada.
Als der Erste Weltkrieg ausbrach, meldete er sich zum Militärdienst. Verwundet und durch die Kriegserfahrungen zutiefst desillusioniert nahm er nach dem Krieg das Reisen wieder auf. Schließlich arbeitete er in Wien als Vertreter für Hüte und setzte diese Tätigkeit in London fort. Obwohl es ihm gesundheitlich bereits besser ging, litt er immer noch unter den Folgen des Schützengraben-Fiebers und der Kriegserlebnisse.
Er fühlte sich innerlich leer, als er im Oktober 1923 nach New York ging, wo er einen Job in der Buchhandlung Sunwise Turn annahm. Im darauf folgenden Januar sprach A.R. Orage in dieser Buchhandlung über G. I. Gurdjieff und sein Institut für die Harmonische Entwicklung des Menschen. Nott war tief beeindruckt und nahm in der Folgezeit an den Vorführungen der Heiligen Tänze und Movements teil und blieb bis an sein Lebensende Gurdjieffs Schüler.

Nott besuchte die Prieuré, wo Gurdjieff sein Institut für die Harmonische Entwicklung des Menschen eröffnet hatte, und blieb fast das ganze Jahr 1924 dort. Es war der Sommer, in dem Herr Gurdjieff schwer verunglückte. Später, als er über den Schock durch Herrn Gurdjieffs Unfall schrieb, erzählte er: „Gurdjieff selbst legte dar, dass man, wenn man auf diesem Planet lebt, den physischen Gesetzen des Unfalls unterworfen ist, deren Ursachen weit in der Vergangenheit liegen können. Das ganze Leben ist eine Serie unerwarteter Ereignisse, dessen sich einfache Menschen, Bauern und Gärtner zum Beispiel, durchaus bewusst sind. Aus diesem Grund entwickeln sich in unserem Leben die Dinge selten wie erwartet (oder wie sie es logischer Weise sollten) außer durch Zufall.“ (übersetzt aus: C. S. Nott, Teachings of Gurdjieff)
In den nächsten drei Jahren verbrachte Nott die Winter in New York, wo er Orages Zusammenkünfte und Bewegungsklassen besuchte, bevor er im Sommer zur Prieuré zurückkehrte. Dort lernte er dann seine künftige Ehefrau, Rosemary Lillard, kennen, die in den ersten beiden Jahre der Prieuré die Sommermonate dort verbrachte und Klavier für die Bewegungsklassen spielte. 1927 heirateten C.S. Nott und Rosemary und in den folgenden Jahren lebten sie in New York, verbrachten aber die Sommermonate immer in der Prieuré.

Zu der Zeit, als sie die Ouspenskys in London besuchten, fragte Mme Ouspensky, was Nott von Herrn Gurdjieff erhalten habe. „Herr Gurdjieff sagt mir Dinge über mich“, sagte er, „die mich geradewegs in meinen Gefühlen, in meinem Wesen treffen, so dass ich sie nicht vergessen kann. Und nach und nach bewirkt dies, dass sich etwas in mir ändert und mir ein größeres Verständnis meiner selbst und anderer Menschen gibt, gleichzeitig geht damit einher, dass ich realisiere, wie wenig ich tatsächlich verstehe. Herr Ouspensky appelliert an meinen Verstand, aber das verändert nichts in mir. .. . Bei einem Mittagessen mit Herrn Gurdjieff bekomme ich mehr innere Arbeit als von einem Jahr in Ouspenskys Gruppen.“ (übersetzt aus: C. S. Nott, Teachings of Gurdjieff)
Bald nach dem Zweiten Weltkrieg nahm er den Kontakt zu Herrn Gurdjieff in Paris wieder auf, der noch immer in seiner Wohnung Rue des Colonels Renard lebte und mit neuen französischen Schülern arbeitete, die Mme de Salzmann zu ihm gebracht hatte. Herr Gurdjieff begrüßte ihn warmherzig und Nott war tief getroffen von der „tiefen Barmherzigkeit und Traurigkeit“ in seinen Augen. Er sah, wie viel er vollendet hatte, indem er den Krieg und die Besatzungszeit genutzt hatte, um mit diesen jungen Franzosen etwas Neues und Nützliches zu schaffen, die mit der Zeit der ursprüngliche Kern der Arbeit wurden. Zu der Zeit war Nott eingeschränkt durch seinen sich verschlechternden Gesundheitszustand, besonders dadurch, dass sein Hörvermögen stark nachließ. Aber ungeachtet dieser Probleme blieb er der Gurdjieff Arbeit aktiv verbunden und begann mit der Aufzeichnung seiner Schriften.

Er schrieb drei Bücher, wovon zwei für die Literatur über die Gurdjieff Arbeit sehr wichtig wurden. Er übersetzte einen Klassiker der Sufi Literatur „The Conference of the Birds“ (Die Konferenz der Vögel) von Farid ud-Din Attar, der 1954 erschien und in den 1970er Jahren neu aufgelegt wurde. Am bekanntesten wurde er durch die beiden Tagebücher, die sein Leben in der Arbeit dokumentieren: Teachings of Gurdjieff: A Pupil’s Journal, das Orages Kommentar zur Ersten Serie enthält, und Journey through this world: The Second Journal of a Pupil. Sie wurden 1961 bzw. 1969 veröffentlicht, stellen eine wertvolle Erinnerung an Herrn Gurdjieffs Wirken in der westlichen Welt dar und leisten einen großen Beitrag zur Geschichte und zum Verständnis seiner Lehre.

C.S. Nott starb am 23. Januar 1978.



G. I. Gurdjieff

Gurdjieff wurde ca. 1870 im Kaukasus geboren, in einem Kreuzungspunkt der Traditionen und Kulturen des Orients und des Westens, dort wo sich eine Lebensart in Jahrhunderten wenig verändert. Er genoss eine religiöse und wissenschaftliche Ausbildung zugleich.
Auf seine Fragen: Wer bin ich? Warum bin ich hier? fand er jedoch weder in der Religion noch in der Wissenschaft eine Antwort.

Bücher von Herrn Gurdjieff

Beelzebubs Erzählungen für seinen Enkel

Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen

Das Leben ist nur wirklich, wenn „Ich bin"


Georgij Ivanovitch Gurdjieff erklärt den Plan seines Gesamtwerkes folgenermaßen:

P.D. Ouspensky

Die Suche von P.D. Ouspensky in Europa, Ägypten und dem Orient nach einer Lehre, die die Probleme von Mensch und Weltall für ihn lösen könnte, führte ihn 1915 zu seinem Treffen mit G. I. Gurdjieff.