• A. R. Orage
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Alfred Richard Orage (1873 – 1934)

Alfred Richard Orage wurde am 22. Januar 1873 in Dacre, Yorkshire, geboren und verstarb im Alter von 61 Jahren am 6. November 1934 in London. George Bernard Shaw sagte von ihm, dass er der brillanteste Verleger sei, den England in den letzten 100 Jahren hervorgebracht habe. T.S. Eliot meinte, dass er der feinste kritische Geist seiner Zeit sei. Orage war Lehrer in Leeds. Er war überaus vielseitig interessiert, u.a. an den Sokratikern, der Theosophie und engagierte sich politisch bei der unabhängigen Labour Party. Mit seinem Freund Holbrook Jackson, der ihn bei Nietzsche einführte, gründete er den Leeds Art Club, der im Vorkriegs-England eine herausragende Vorreiterstellung im kulturellen Leben innehatte.

1907 siedelte er nach London um, wo er die Zeitschrift The New Age 17 Jahre lang herausgab. Diese Zeitschrift wurde eine viel gehörte Stimme der sozialistischen Politik und des kulturellen Zeitgeistes. Als er sich für die Psychoanalyse zu interessieren begann, gründete er eine Studiengruppe, u.a. mit Maurice Nicoll, einem von C.G. Jungs wichtigsten Schülern.

1920 kam Ouspensky nach England und hielt eine Reihe von Vorlesungen unter dem Titel „Fragmente einer unbekannten Lehre“, denen Orage beiwohnte, so wurde er mit G.I. Gurdjieffs Lehre vertraut. Als er Herrn Gurdjieff selbst ihn London sprechen hörte, meinte Orage: „Ich wusste, dass Gurdjieff der Lehrer ist. Ouspensky, das war für mich Wissen, großes Wissen, Gurdjieff hingegen ist Verstehen plus Wissen.“ 1922 errichtete Herr Gurdjieff in Frankreich sein Institut für die Harmonische Entwicklung des Menschen. Orage verkaufte The New Age und ging ebenfalls nach Frankreich, um bei Herrn Gurdjieff selbst zu studieren. Er soll darüber gesagt haben: „Ich gehe Gott suchen“.

Im Dezember 1923 schickte Herr Gurdjieff Orage nach Amerika, um dort Gelder zu beschaffen und die Lehre einzuführen. Er trug ihm auf, in Amerika zu bleiben, Arbeitsgruppen zu organisieren und zu leiten. Orage und Herr Gurdjieff arbeiteten zusammen an der Übersetzung der ersten Fassung von All und Alles vom Russischen ins Englische und an der Übersetzung der Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen. Seine Lehr- und Übersetzer-Tätigkeit dauerte sieben Jahre. Jessie Richards Dwight, die Mitbesitzerin der Buchhandlung Sunwise Turn in New York, wo Orage seine erste Lesung gehalten hatte, wurde 1927 seine Frau.

1932 kehrte Orage nach England zurück und gründete die Zeitschrift The New English Weekly, woran er ungeachtet seiner sich verschlimmernden Herzprobleme arbeitete. Orage war stark in politische Fragen und den Social Credit Plan involviert. Im Januar 1934 stellte Senator Bronson Cutting dem US-Senat Orages Social Credit Plan vor als eines von Roosevelts Instrumenten der Wirtschaftspolitik; diese Nachrichten erschienen in der Februar-Ausgabe von The New English Weekly.

Das letzte Mal sprach Orage am 5. November 1934 im Rundfunk über „Poverty in Plenty“, diese Rede beendete er trotz starker Herzschmerzen. Er verließ die Rundfunkanstalt, verbrachte den Abend mit seiner Frau und Freunden und wollte am nächsten Tag den Arzt aufsuchen. Zu Hause angekommen, ging er zu Bett und starb im Schlaf. Als Herr Gurdjieff von seinem Tod erfuhr, sagte er: „Dieser Mann …. mein Bruder“.

Folgende Aussage, die Orage zugeschrieben wird, kann gut den Einfluss von Herrn Gurdjieffs Lehre aufzeigen:
„Die Wahrheit über die Liebe wird deutlich durch die Reihenfolge, in der die Religionen in die Welt kamen. Zuerst kam die Religion der Kraft, dann die Religion des Wissens, als letztes kam die Religion der Liebe. Warum diese Reihenfolge? Weil Liebe ohne die vorausgehenden Qualitäten gefährlich ist.“
„Wenn wir andere beobachten, ist dies gefärbt von unserer Unfähigkeit, uns selbst unparteiisch zu beobachten. Wir können niemals unparteiisch in Bezug auf irgendetwas sein, solange wir nicht unparteiisch in Bezug auf unseren eigenen Organismus sind“.



G. I. Gurdjieff

Gurdjieff wurde ca. 1870 im Kaukasus geboren, in einem Kreuzungspunkt der Traditionen und Kulturen des Orients und des Westens, dort wo sich eine Lebensart in Jahrhunderten wenig verändert. Er genoss eine religiöse und wissenschaftliche Ausbildung zugleich.
Auf seine Fragen: Wer bin ich? Warum bin ich hier? fand er jedoch weder in der Religion noch in der Wissenschaft eine Antwort.

Bücher von Herrn Gurdjieff

Beelzebubs Erzählungen für seinen Enkel

Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen

Das Leben ist nur wirklich, wenn „Ich bin"


G. I. Gurdjieff erklärt den Plan seines Gesamtwerkes folgenermaßen:

P.D. Ouspensky

Die Suche von P.D. Ouspensky in Europa, Ägypten und dem Orient nach einer Lehre, die die Probleme von Mensch und Weltall für ihn lösen könnte, führte ihn 1915 zu seinem Treffen mit G. I. Gurdjieff.